zur Startseite von Welt Rezepte alle Rezepte aus Marions Kochbuch





Afrikanische Geschichten




Poulet à la Moambe

Damals hieß der Kongo noch Zaïre, ebenso das Geld und der Fluss. Um die Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, musste man Namen und Titel des Präsidenten Mobutu auswendig hersagen können:

„Le Président Fondateur, Président de la République, le Maréchal Mobutu Sese Seko Kuku Ngbendu Wa Za Banga“.

Auf Deutsch heißt das: „Der Präsident und Gründer der Partei, Präsident der Republik, der Marschall Mobutu, der Hahn, der keine Henne entkommen lässt“.

So wurde er auch in voller Länge im Radio angekündigt.

Wir hatten unser Haus am Kongoufer mit Blick auf den Malebo-See und es war dort immer etwas los. Der Koch Kumbaku erleichterte das Leben, er konnte sogar original schwäbische Spätzle, das weiß man in einer solchen Gegend dann doch zu schätzen. Ein schwerer Spätzlesdrücker fand sich vom Vorgänger im Haushalt.

Aber wir wollten auch mal zaïrisch / kongolesisch essen. Im Garten stand eine Ölpalme, wenn die Ölnüsse so schön knallrot sind, ist es Zeit, sie zu ernten. Viele haben wir verschenkt, aber dann haben wir doch mal Kumbaku gefragt und er schlug sofort vor, was eben auch eines seiner Lieblingsessen war: „Poulet à la Moambe“.

Siehe Rezept bei Marion

Wie immer schaute er mit schrägem Kopf aus der Küche heraus, um auch zu sehen, ob es uns schmeckt, er sah, dass es gut war und war’s zufrieden. Wir ließen uns Zeit und es schmeckte wirklich vortrefflich.

Nach dem Essen servierte Kumbaku auf der Terrasse den Kaffee, fragte noch einmal, ob auch alles gut war. Dann kam aber doch zögernd seine Anmerkung: „Patron, wenn ihr noch mal Hähnchen an Moambe essen wollt, dann sagt bitte einen Tag vorher bescheid. Die Arbeit, die Palmnüsse zu stampfen, ist so schwer, dass ich beim nächsten mal dafür lieber meine Frau mitbringen möchte“.


(C) Foto & Text - marions-kochbuch.de - Impressum - Datenschutz